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Physikalisch gesehen sind Stoßwellen akustische Wellen, die bei explosionsartigen Vorgängen entstehen – zum Beispiel bei Blitzschlägen oder Sprengstoffexplosionen. Sie zeichnen sich durch einen abrupten Druckanstieg aus, der sich ausbreitet und so Energie auf entfernte Orte übertragen kann. Diese Energie entfaltet ihre Kraft, wenn die Stoßwelle auf ein Hindernis trifft und sich nicht weiter ausbreiten kann. In der Natur auftretende Stoßwellen können auf diese Weise sogar Fensterscheiben zum Bersten bringen.
Die in der Medizin erzeugten elektromagnetischen Stoßwellen werden durch ein wassergefülltes Kissen in den Körper übertragen. Die Energie der übertragenen Wellen wird auf einen Wirkort gebündelt, vergleichbar mit Licht unter einer Lupe. So entfalten Stoßwellen ihre Wirkung genau in dem erkrankten Bereich. Die Stoßwellen können Knochen, Sehnen und Bindegewebe regenerieren, indem sie das Knochenwachstum und die Durchblutung fördern. Stoßwellen unterstützen die Bildung von Wachstumsfaktoren, die Gewebeneubildung und Regeneration.
Mit der Stoßwellentherapie können nicht nur Verkalkungen zertrümmert werden, sondern auch Sehnenansatz-Entzündungen behandelt und schlecht heilende Knochenbrüche zur Ausheilung gebracht werden. Stoßwellen beschleunigen allgemein den Heilungsprozess in Geweben, sie haben kaum Nebenwirkungen und machen viele Operationen unnötig. Die Wirksamkeit der Stoßwellentherapie wurde inzwischen in vielen wissenschaftlichen Studien nachgewiesenen.
Bei frustraner herkömmlicher konservativer Behandlung einer Kalkschulter kann die Stosswellentherapie eingesetzt werden. Diese Anwendung ist durch Untersuchungen bestätigt und die Wirksamkeit durch Studien nachgewiesen. Man sollte den Einsatz der Stoßwellentherapie auch als letzte Maßnahme vor einem operativen Eingriff in Betracht ziehen. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie hier: Stoßwellentherapie bei Schulterschmerzen.
Ein weiteres häufiges Anwendungsgebiet ist die schmerzhafte Entzündungen der Fußsohle (Fasciitis plantaris) mit und ohne Fersensporn. Die Stoßwellentherapie wirkt hier nachweislich ähnlich gut wie die lokale Cortison-Behandlung. Stoßwellen haben jedoch nicht die schädlichen Nebenwirkungen der Cortisonbehandlung. Insbesondere wird das Fettpolster an der Ferse, anders als durch Cortison, durch eine Stoßwellenbehandlung nicht abgebaut.
Beim Tennisellenbogen zeigen zahlreiche Studien die gute Wirkung der Stoßwellentherapie. Zusätzlich empfehlenswert ist die Stoßwelle im Bereich nahezu aller Sehnenansatzerkrankungen.
Auch für bestimmte Sehnenansatzentzündungen, wie z.B. an der Achillessehne (Achillodynie), am Knie (Patellarsehnen-Entzündung oder Jumper´s-Knee) und an der Hüfte wird die Stoßwellentherapie erfolgreich eingesetzt.
Stoßwellentherapie wirkt zuverlässig bei der Behandlung der sogenannten Pseudarthrose (ausbleibender Knochenbruchheilung) bei denen statt neuem Knochen nur weiches Bindegewebe gebildet wird. Hochenergetische Stoßwellen lösen hier die Neubildung von Knochenkeimgewebe (Kallus) durch die Bildung von knochenbildenden Wachstums-Hormonen (BGF) am Wirkort aus. Die Akademie der Wissenschaften in Österreich hat für die Pseudarthrosen inzwischen die Stoßwellentherapie zur Behandlungsform der ersten Wahl bei Pseudarthrosen erklärt.
Weniger häufig, jedoch in zunehmenden Maßen, wird die Stoßwellentherapie bei schmerzhaften Myogelosen und therapie-resistenen muskulären Triggerschmerzpunkten am gesamten Körper, insbesondere am Rücken, eingesetzt.
Der Patient wird stabil gelagert, anschließend wird der Fokus des Stoßwellengeräts auf die zu behandelnde Stelle ausgerichtet. Die Stoßwellen werden dann mit einer Frequenz von 2-4 Hertz und mit zunehmender Energie in den Körper übertragen. Dabei entstehen gewisse Schmerzen, die sich auch kurz nach der Behandlung vorübergehend verstärken können. Diese können bei Bedarf für einige Tage mit einem entzündungs- und schmerzstillenden Mittel therapiert werden. In der Regel erfolgt eine Behandlung mit fünf Sitzungen im Abstand von 1-2 Wochen. Pro Sitzung werden zwischen 1000 und 2000 Stoßwellen verabreicht.
Eine abschließende Beurteilung des Behandlungserfolgs sollte erst drei Monate nach der Behandlung erfolgen. Eine weitere Besserung kann sogar auch noch später auftreten, denn eine Stoßwellentherapie wirkt sehr langanhaltend.
Die Stosswellentherapie wird von den privaten Krankenversicherungen fast ausnahmslos erstattet und von den gesetzlichen Krankenkassen leider ausnahmslos nicht erstattet. Die Behandlung für Selbstzahler kostet 86,27 Euro pro Anwendung (GOÄ 1,0-facher Satz).
Stoßwellen sind risikofrei und nebenwirkungsärmer als eine Injektion oder medikamentöse Behandlung. Daher ist die Stoßwellentherapie aus der Sicht erfahrener Orthopäden unverzichtbarer Teil des orthopädischen Therapiespektrums.
Die Orthopädie und Chirurgie Praxen in Erlangen-Ebermannstadt (OC Erlangen-Ebermannstadt) zeichnen sich durch eine hohe Spezialisierung der Fachärzte und ein umfassendes Leistungsspektrum in der orthopädischen und chirurgischen Versorgung aus. Unser erfahrenes Ärzteteam besteht aus Spezialisten für Wirbelsäulenerkrankungen, Knie- und Schulterchirurgie, Sportorthopädie, ganzheitlicher Orthopädie, Hüftendoprothetik und Knieendoprothetik sowie Hand- und Fußchirurgie. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit unseres gesamten Praxisteams ermöglicht nicht nur eine sehr umfassende Patientenversorgung, sondern auch ein ausgezeichnetes Behandlungsniveau. Über einen Klick auf den nachfolgenden Link gelangen Sie zu einer Übersicht, wo Sie weitere Informationen zu den Erfahrungen, Fortbildungen und medizinischen Stationen unserer Ärzte einholen können: Das Ärzteteam.
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Literatur
Zelle et al (2010). Extracorporeal shock wave therapy: current evidence. J. orthopaedic trauma, 24 Suppl 1, S66-70