Praxis Erlangen
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Praxis Ebermannstadt
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In unseren Orthopädie und Chirurgie Praxen in Erlangen und Ebermannstadt können wir durch unser hoch spezialisiertes Ärzteteam eine optimale Patientenversorgung gewährleisten. Im Falle einer Kniearthrose stehen Ihnen an beiden Standorten Spezialsprechstunden zur Verfügung. Sowohl Prof. Müller als auch Prof. Schmidt können auf langjährige Erfahrung und eine große Anzahl von erfolgreich durchgeführten Behandlungen des Knies zurückblicken.
 

Was ist Arthrose im Knie?

Um die Mobilität des menschlichen Körpers zu gewährleisten müssen eine Vielzahl von Gelenken möglichst reibungslos funktionieren. Nur so können wir uns schmerzfrei bewegen, aktiv das Leben genießen oder unseren Lieblingssport betreiben. Zu den sechs großen Gelenken zählen das Schulter-, Ellenbogen-, Hand-, Hüft-, Knie- und Sprunggelenk. 

An diesen besonders beanspruchten Stellen treten im Laufe des Lebens häufig degenerative Verschleißerscheinungen auf. Im Verlauf einer solchen Arthrose kommt es nach und nach zum Abbau der Knorpelschicht zwischen den Gelenkknochen. Auch das Kniegelenk zählt zu den besonders disponierten Gelenken für die Entstehung einer Arthrose. Häufig manifestiert sich eine Kniegelenksarthrose im gesamten Kniegelenk, manchmal aber auch punktuell an der Kniescheibe bzw. hinter der Kniescheibe, medial (innen) oder lateral (außen).

 

Welche Formen von Kniegelenksarthrose gibt es?

Das Kniegelenk stellt die Verbindungsstelle zwischen Oberschenkel- und Schienbeinknochen sowie der Kniescheibe dar. Eine Arthrose im Knie (Gonarthrose) kann sich an verschiedenen Teilen des Kniegelenks entwickeln. Treten ausgeprägte Schmerzen auf, die mit Schwellungen, Rötungen und einer Überwärmung des Kniegelenks einhergehen handelt es sich um eine aktivierte Arthrose. Sie entsteht, wenn es im Laufe der Erkrankung zu einer Entzündung der Gelenkinnenhaut kommt. 

Je nachdem, welche Stelle des Knies betroffen ist, unterscheidet man folgende Formen der Kniegelenksarthrose:

Mediale Gonarthrose

Verschleiß der Knorpelschicht hauptsächlich im inneren Bereich des Kniegelenks zur Körpermitte hin (medial)

Laterale Kniearthrose

Verschleiß hauptsächlich am äußeren Bereich des Kniegelenks (lateral)

Retropatellaarthrose bzw. retropatellare Kniearthrose

Schädigung der Knorpelschicht an der Rückseite der Kniescheibe

Pangonarthrose

Verschleiß bzw. Knorpelschäden an allen drei Knochen, also am gesamten Kniegelenk

Arthrose der Oberschenkelrolle (unteres Ende des Oberschenkels)

Verschleiß der Knorpelschicht an den Oberschenkelrollen (Femurkondylen)

Arthrose des Schienbeinkopfes

Knorpelschäden nur am Schienbeinkopf (Tibiaplateau)

 

Die Orthopädie und Chirurgie Spezialisten der überörtlichen Gemeinschaftspraxen in Erlangen und Ebermannstadt betreuen Sie rund um das Thema Knieschmerzen, Knieverletzungen, Kniegelenksarthrose und künstliches Kniegelenk. Jeder unserer Ärzte nimmt sich umfassend Zeit, um auf Basis modernster Untersuchungsmethoden eine individuelle Diagnose und Handlungsempfehlung zu geben. Ob Erstdiagnose oder Zweitmeinung – vereinbaren Sie gleich einen persönlichen Beratungstermin unter Tel.: 09131 / 81 25 60 oder füllen Sie das Kontaktformular am Ende dieses Beitrags aus! 
 

Wie entsteht Arthrose im Knie?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen der primären und der sekundären Arthrose. Die primäre Kniearthrose (Gonarthrose) zählt zu den typischen, altersbedingten Krankheiten. Zusammen mit der Hüftarthrose zählt die Gonarthrose zu den am häufigsten auftretenden Formen der Arthrose beim Menschen. Von einer sekundären Arthrose im Knie spricht man dann, wenn sie von altersunabhängigen Faktoren wie z.B. Verletzungen oder Fehlstellungen ausgelöst wird.  

 Die primäre Kniearthrose ist die Folge einer altersbedingten Abnutzung des Kniegelenkknorpels. Sie entsteht häufig durch:

  • den natürlichen Alterungsprozess (häufig nach dem 50. Lebensjahr)
  • Bewegungsmangel
  • genetische Veranlagung

Eine sekundäre Kniearthrose wird durch äußere Faktoren verursacht und kann auch in jungen Jahren auftreten. In vielen Fällen ist eine Kombination mehrerer Ursachen für die Entstehung einer sekundären Kniearthrose verantwortlich. Mögliche Ursachen sind:

  • Gelenkverletzungen: Verletzungen am Kniegelenk können die Gelenkfunktion einschränken. Dadurch kann es zu einer schnelleren Abnutzung des Kniegelenkknorpels kommen. Eine sekundäre Kniearthrose entsteht.
  • Fehlstellungen: Achsfehlstellungen der Beine (X- oder O-Beine) führen zu einer ungleichmäßigen Belastung des Kniegelenks. Dies kann zu einem beschleunigten Verschleiß des Kniegelenksknorpels und einer sekundären Kniearthrose führen.
  • Übergewicht: Übergewicht erhöht den Druck auf die Kniegelenke und beschleunigt damit auch die Abnutzung des Kniegelenkknorpels. Dadurch wird die Entstehung einer sekundären Arthrose im Kniegelenk gefördert. 
  • Anhaltende Über- und Fehlbelastungen: Werden die Kniegelenke jahrelang über- oder fehlbelastet kann dies zu einer sekundären Kniearthrose führen. Betroffen sind zum Beispiel bestimmte Berufsgruppen (Fliesenleger) aber auch Sportler.
  • Entzündliche Gelenkerkrankungen: Auch rheumatische oder stoffwechselbedingte Erkrankungen können den Knorpel schädigen und die Entstehung einer sekundären Arthrose im Knie begünstigen.

 

Das sind die Entwicklungsstufen einer Kniearthrose

Im Verlauf einer Kniearthrose bildet sich die schützende Knorpelmasse zwischen den Gelenkknochen nach und nach zurück, bis die Knochen direkt aneinander reiben. Die Folgen dieses degenerativen Gelenkverschleißes können Entzündungen, Schmerzen, Gelenksteifigkeit und zunehmend eingeschränkte Mobilität sein.

Je nachdem wie weit der Verschleiß der Gelenkknorpel fortgeschritten ist, unterscheidet man vier Schweregrade einer Kniearthrose. Die Einteilung dieser Schweregrade richtet sich nach der Degeneration des Kniegelenkknorpels, die in einer Röntgenaufnahme in der Regel gut sichtbar ist.

  • Grad 1: Beginnende Arthrose mit leichter, oberflächlicher Auffaserung des Kniegelenkknorpels. In der Regel weder Beschwerden noch Funktionsverlust. 
  • Grad 2:  Beginnende Arthrose mit Einrissen sowie breite Auffaserungen an der Oberfläche des Kniegelenkknorpels. Keine bis seltene Schmerzen.
  • Grad 3:  Fortgeschrittene Arthrose mit tiefen Rissen im Knorpel und einer starken Auffaserung. Die Knorpelschicht bedeckt aber noch die gesamte Gelenkfläche.
  • Grad 4: Schwere Arthrose mit deutlichen Schäden am Kniegelenkknorpel. Die Knochen liegen an vielen Stellen frei. Durch das direkte Reiben der Knochen wird Knochensubstanz abgebaut und es kommt zu schmerzhaften Entzündungen, Schwellungen und einer Versteifung des Gelenks. 

Welche Symptome zeigen sich bei einer Kniegelenksarthrose?

Schmerzen im Knie sind das typische Symptom einer Kniegelenksarthrose. Zu Beginn der Erkrankung machen sie sich eher episodenhaft bemerkbar, zum Beispiel nach einer längeren Ruhephase am Morgen oder nach sportlicher Belastung. Später treten die Schmerzen häufiger und schneller auf, so auch nachts beim Umdrehen im Bett und schließlich sogar in Ruhe. Die schmerzfreien Phasen werden immer kürzer und die Intensität der Schmerzen nimmt zu. Die Symptome treten häufig in Schüben auf und können mehrere Tage bis Wochen andauern. Im Endstadium einer Kniearthrose sind die Beschwerden schließlich dauerhaft vorhanden. 

Knieschmerzen im Verlauf einer Kniegelenksarthrose, wie sie der Großteil der Betroffenen erlebt:

  • Schmerzen nach Belastung (z.B. durch Sport oder Tragen schwerer Gegenstände)
  • Anlaufschmerzen nach längeren Ruhezeiten (z.B. die ersten Schritte am Morgen oder nach längerem Sitzen im Büro)
  • Schmerzen beim Treppensteigen 
  • Schmerzen in Ruhe
  • Nachtschmerz

Weitere Symptome bei Arthrose im Knie, die im Verlauf der Erkrankung sehr typisch sind:

  • Steifheitsgefühl im Knie
  • Reibegeräusche, Knirschen und Knacken der Gelenke bei Bewegung
  • Schwellung, Rötung und Überwärmung des betroffenen Kniegelenks
  • Beeinträchtigung der Beweglichkeit des Kniegelenks

 

 

Wo treten die Schmerzen genau auf?

Schmerzen können je nach Lokalisation der Kniearthrose entweder nur innen, außen oder unter der Kniescheibe auftreten. Sie werden als messerstichartig, dumpf oder brennend wahrgenommen. Im fortgeschrittenen Stadium sind die Schmerzen nicht nur bei Aktivität und Belastung vorhanden, sondern auch im Ruhezustand oder beim Schlafen. 

 

Wann ist es bei Knieschmerzen ratsam einen Arzt aufzusuchen?


Prof. Dr. med. Lutz Müller empfiehlt:

„Bei leichten, belastungsbedingten Kniebeschwerden können Sie zunächst die körperliche Aktivität für einige Tage reduzieren. Gleichzeitig ist eine kurzfristige Medikation mit Ibuprofen, welches Sie rezeptfrei in der Apotheke erhalten, möglich. Führen diese Maßnahmen zu keiner Linderung der Beschwerden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Sind die Schmerzen sehr stark und schränken sie in Ihrer Mobilität ein, können Sie natürlich auch zügig einen Termin in unserer Praxis erhalten. Ihr Hausarzt hilft Ihnen gern dabei.“

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Welche Untersuchungsmethoden werden bei Kniegelenksarthrose angewendet?

Zuerst werden in einem ausführlichen Anamnesegespräch Symptome und Beschwerden des Patienten geklärt. Im nächsten Schritt erfolgt eine gründliche manuelle Untersuchung, bei der unter anderem Funktion, Bewegungsausmaß sowie Stabilität des Gelenks überprüft werden. Im Anschluss folgen weitere apparative Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren. Dies können zum Beispiel sein:

  • Sonographie (Ultraschalluntersuchung)
  • Röntgenbilder
  • MRT (Magnetresonanztomographie) 

In den meisten Fällen wird ein Röntgenbild des Kniegelenks in mehreren Ebenen und eventuell eine sogenannte Achsenaufnahme, die die Belastungsverhältnisse dokumentiert erstellt. In speziellen Fällen ist zur Beurteilung der Weichteilsituation auch eine Kernspinuntersuchung (MRT) notwendig. Die MRT stellt Weichgewebe wie Knorpel, Gelenkkapsel, Sehnen, Bänder und Muskeln mittels eines Magnetfeldes bildlich dar.

 

Wie wird Arthrose im Knie diagnostiziert?

Auf Basis dieser Untersuchungsschritte kann häufig bereits die Diagnose erstellt werden. Für eine Kniegelenksarthrose gibt es eindeutige Anzeichen wie eine Gelenkspaltverschmälerung, eine Achsfehlstellung (O- oder X-Beinfehlstellung), die Verdichtung der Knochenstrukturen, sichtbare Knochenvorsprünge (Osteophyten) sowie gelenknahe Zysten.

 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Arthrose im Knie?

Bestehende Knorpelschäden am Kniegelenk können nicht rückgängig gemacht werden. Jedoch gibt es verschiedene Therapiemaßnahmen zur Behandlung von Arthrose im Knie durch die das Fortschreiten einer Gonarthrose verhindert bzw. verlangsamt werden kann. 

Die konservative, nicht-operative, Therapie

Mit der konservativen, also nicht-operativen, Therapie wird versucht, die Risikofaktoren positiv zu beeinflussen. Zum Beispiel durch regelmäßige, maßvolle Bewegung, wie Nordic Walking, Schwimmen, Radfahren oder eine Gewichtsabnahme. Krankengymnastische Übungen können, in Ausnahmefällen, die Beweglichkeit des Gelenkes verbessern. Dort erlernte Übungen, z.B. das Dehnen der Kniebeuger, müssen regelmäßig selbstständig durchgeführt werden. Massagebehandlungen sind nicht zielführend.

Orthopädische Hilfsmittel und Medikamente

Orthopädische Hilfsmittel wie z.B. Kniebandagen, Schuhaußenranderhöhungen und vor allem entlastende Orthesen (Unloader one X, Firma Össur) sowie eine gelenkschonende Lebensweise können helfen die Symptome einer Kniegelenksarthrose zu mildern und eventuelle Schmerzen zu lindern. Außerdem können schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente kurzfristig angewendet werden. Vor allem bei einer schlechten Nierenfunktion und einem empfindlichen Magen sollte kein Ibuprofen oder Voltaren angewendet werden.

Mit der Kniearthroskopie schonend operieren

Führen die konservativen Behandlungsmethoden nicht zum Erfolg, ist häufig ein operativer Eingriff notwendig. Die Kniearthroskopie ist ein schonender Eingriff, der hilft Strukturschäden am Kniegelenk zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen, dies allerdings nur bei kleinen umschriebenen (punktuellen) Schäden des Knorpels. 

Was bewirkt das “minced cartilage” Verfahren?

Bei lokalisierten Knorpelschäden (an einer eng umschriebenen Stelle)  kann zum Beispiel das sogenannte “minced cartilage” Verfahren angewandt werden. Dabei werden die Knorpeldefekte minimal-invasiv entfernt und zerkleinert und das so gewonnene Knorpelmaterial direkt mit körpereigenem PRP (plättchenreiches Blutplasma) aufgearbeitet. Die aufgewerteten Knorpelzellen können anschließend in der gleichen Operation wieder appliziert werden und so den Defekt auffüllen. Durch diese Form der Knorpeltransplantation können Beschwerden deutlich gelindert und der Fortschritt der Arthrose verlangsamt  werden. Bei einer Gonarthrose schwereren Grades kann der künstliche Gelenkersatz (Endoprothese) eine Option darstellen.

Prof. Dr. med. Rainer Schmidt rät:

„Der Behandlungsplan einer Kniearthrose ist stets abhängig von der individuellen Diagnose und der Beeinträchtigung des Patienten im Alltag. Er reicht von nicht-operativen Therapien, wie Krankengymnastik, medikamentöser Behandlung und orthopädischen Hilfsmitteln bis hin zu schonenden operativen Eingriffen wie die Kniearthroskopie. Erst an der obersten Spitze der Behandlungspyramide steht die Implantation eines künstlichen Kniegelenks.“

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Möglicher Behandlungsverlauf bei einer Kniearthrose in Abhängigkeit des Schweregrades

1. Gewichtsreduktion/Ernährungsumstellung
2. kurzfristige Medikamentöse Behandlung (Ibuprofen, Voltaren, ggf. oral oder intraartikulär Kortison und Hyaluron)
3. Physikalische Therapie/Krankengymnastik 4. Arthroskopie (Gelenkspiegelung) mit Knorpeltransplantation
5. Endoprothese (künstliches Gelenk)

Wann braucht man ein künstliches Kniegelenk, also eine Knieendoprothese?

Wenn die Funktionalität des Kniegelenks durch eine Kniegelenksarthrose dauerhaft beeinträchtigt ist, die Mobilität des Patienten stark leidet und Alltags- bzw. Arbeitsfähigkeiten zunehmend verloren gehen, sollte über die Implantation eines künstlichen Kniegelenks nachgedacht werden. Diese Operation zählt zu den am häufigsten durchgeführten Eingriffen in der Orthopädie, wenn andere Behandlungsmöglichkeiten nicht mehr zielführend sind.

Vor allem bei einer schweren Arthrose im Endstadium (Grad 4) empfiehlt es sich das geschädigte Kniegelenk durch eine sogenannte Endoprothese zu ersetzen. Durch sie kann die Funktion des Gelenkes wieder hergestellt werden. Mögliche Deformationen des Knies werden ausgeglichen und Schmerzen deutlich reduziert.  

Künstliches Kniegelenk mit 40, 50, 60 oder 80 Jahren? 

Das „richtige“ Alter für ein künstliches Kniegelenk gibt es nicht. Die Implantation einer Knieendoprothese hängt eher vom Schweregrad der Arthrose ab. Sie ist immer dann sinnvoll, wenn die Kniebeschwerden Tätigkeiten im Alltag wie Beruf, Haushaltsführung, Sport, Wandern, Gartenarbeit etc. stark einschränken. 


In der Presseveröffentlichung „KNIE-PROTHESEN: Hier arbeiten die besten Operateure der Region“ vom NN/NZ-Klinikcheck vom 7.8.2021 geht es um ARTHROSE IM KNIE, einen der häufigsten Anlässe für Gelenkersatz im Knie. Unter anderem werden in diesem Artikel die besten Kliniken in der Nürnberger Region vorgestellt. Ca. 150 Implantationen von KNIEPROTHESEN erfolgten durch das Ärzteteam der Orthopädie und Chirurgie Praxis in Erlangen, durch Prof. Dr. med. Rainer Schmidt und Prof. Dr. med. Lutz Müller.

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Was ist eine Knieendoprothese genau?

Unter Knieendoprothese versteht man den Ersatz des meist durch Arthrose zerstörten Kniegelenks durch ein künstliches Kniegelenk. Diese sogenannte Knieendoprothese besteht in Regel aus drei Komponenten:

1.     Femurkomponente. Sie ersetzt die abgenutzte Fläche am Oberschenkelknochen (Femur).

2.     Tibiakomponente. Sie wird in den Unterschenkelknochen implantiert.

3.     Gleitfläche aus Polyethylen. Ermöglicht die Beweglichkeit des Kniegelenks.

 

Was kann eine Knietotalendoprothese (TEP) oder Teilendoprothese konkret leisten?

In der Knieendoprothetik unterscheidet man die Knieteilprothese und die Knietotalendoprothese (Knie-TEP). Erstere kommt bei kleineren Gelenkschäden zum Einsatz und ersetzt nur den betroffenen, zerstörten Teil des Kniegelenks. Die Knie-TEP ersetzt das Kniegelenk vollständig. Beide Prothesentypen werden operativ direkt im Knochen verankert. 

Die Knieteilprothese oder auch Schlittenprothese 

Eine Knieteilprothese (Schlittenprothese) wird nur an der Stelle aufgesetzt, an der das Kniegelenk zerstört ist. In 90% aller Fälle ist dies die innere Seite des Kniegelenkes (mediale Schlittenprothese). Es handelt sich also um einen einseitigen Oberflächenersatz.

 

Probleme einer Knieteilprothese (Schlittenprothese) 

Bei einer Knieteilprothese muss im Gegensatz zu einer Knietotalendoprothese mit einer deutlich verkürzten Standzeit (Zeitraum in dem ein künstliches Kniegelenk hält und nicht gewechselt werden muss) gerechnet werden. Daher sieht unser Ärzteteam grundsätzlich keine gute Indikation zur Implantation einer Schlittenprothese. 

Hinzu kommt eine wesentlich höhere Lockerungsrate von Schlittenprothesen gegenüber Totalendoprothesen bei praktisch identischen operativen Risiken, gleicher Rehabilitationszeit und nahezu gleicher postoperativer Funktion.

Auch können unsere Experten für Knieendoprothetik anhand ihrer operativen Erfahrungen nicht bestätigen, dass der Wechsel einer Schlittenprothese einfacher wäre. Der Knochenverlust ist beim Wechsel einer Teil- oder Totalendoprothese nahezu identisch. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Totalendoprothese überhaupt gewechselt werden muss ist jedoch um ein Vielfaches geringer

Hinweis: Bei sehr jungen Patienten mit einer ausschließlich medialen oder lateralen Arthrose besteht die Möglichkeit zur Achskorrektur (Umstellungsosteotomie). Bei dieser Operation muss keine Endoprothese implantiert werden. 

Herr Prof. Dr. med. Lutz Müller:

“Ich habe mich sehr intensiv mit dem Thema Knieteilprothese vs. Knietotalprothese auseinandergesetzt und und in einem Patientenvortrag die Vor- und Nachteile auf Basis der Zahlen des Schwedischen Endoprothesenregisters aufgezeigt.“

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Schwedisches Endoprothesenregister

Im Schwedischen Endoprothesenregister (Patientenregister) werden alle in Schweden implantierten Prothesen sowie sämtliche Wechsel lückenlos registriert. Aus dieser Dokumentation werden sehr brauchbare Erkenntnisse gewonnen, z.B. dass eine Knie-TEP (Totalendoprothese) einer Schlittenendoprothese (Teilprothese) aufgrund der Haltbarkeit vorzuziehen ist. Die Patientenpräsentation von Prof. Dr. med. Lutz Müller basiert darauf. 


Prof. Müller und Prof. Schmidt stehen Ihnen für ein persönliches Beratungsgespräch zum künstlichen Gelenkersatz mit einer Knieteil- oder einer Knietotalendoprothese zur Verfügung. Sie verfügen über ausgeprägte orthopädische und chirurgische Erfahrungen im Umfeld von Kniearthrose-Erkrankungen, Knieverletztungen und Knieoperationen. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Behandlungstermin telefonisch unter Tel.: 09131 / 81 25 60 oder füllen Sie das Kontaktformular aus.

Vorteile einer Knietotalendoprothese (Knie-TEP) 

Eine Knietotalendoprothese (Knie-TEP) kommt immer dann zum Einsatz, wenn die Abnutzung der Gelenkflächen sehr weit und im gesamten Kniegelenk fortgeschritten ist. In diesem Krankheitsstadium hat der Patient meist schwere, schmerzhafte Mobilitätseinschränkungen. Bei einer Knie-TEP (Vollprothese) werden beide Gelenkflächen des Kniegelenks (oberschenkel- und schienbeinseitig) durch Prothesen ersetzt und mit einer künstlichen Gleitfläche verbunden. Moderne, künstliche Kniegelenke erlauben eine gute Beweglichkeit und hohe Stabilität des Beines. Eine Lockerungsrate von unter 10% nach 20 Jahren ist zu erwarten.  

Welche Arten von Knieendoprothesen gibt es?

Bei einer Knietotalendoprothese (Knie-TEP) kommen verschiedene Prothesentypen in Frage. Die Auswahl hängt von der Stabilität der Bänder, dem Zustand der Knochen und Muskeln sowie möglicher Fehlstellungen der Beine (X- oder O-Beine) ab. In der Regel werden ungekoppelte oder teilgekoppelte Prothesen eingesetzt. Gekoppelte Prothesen sind oft erst dann nötig, wenn ein zweites, künstliches Kniegelenk eingesetzt werden muss.

  • Ungekoppelte Prothese

Bei ungekoppelten Knie-TEPs (bikondylärer Oberflächenersatz/Doppelschlitten) sind das obere und untere Prothesenteil nicht miteinander verbunden. Dafür müssen das Innen- und Außenband des Knies sowie manchmal auch das hintere Kreuzband ausreichend stabil sein.

  • Teilgekoppelte Prothese

Teilgekoppelte Prothesen (posterior stabilisierende Prothesen/PS-Knie) werden eingesetzt, wenn das hintere Kreuzband nicht ausreichend stabil ist und entfernt werden muss. Bei ihnen sind die beiden Prothesenteile durch eine Art Scharnier verbunden, welches anstelle der Kreuzbänder für Stabilität sorgt.

  • Gekoppelte Prothese 

Bei gekoppelten Prothesen (achsgeführten Prothesen) sind das obere und untere Prothesenteil mit einer Achse verbunden und auf jeder Seite durch einen langen Schaft im Knochen fixiert. Sie werden eingesetzt, wenn das Innen- und Außenband nicht stabil genug ist. 

Persona® – Knieendoprothese der Firma Zimmer Biomet

Mit der Einführung des Persona®Kniesystems der Firma Zimmer Biomet wurde der nächste Schritt in die Zukunft der Personalisierung von Implantaten gegangen. (Zuvor von uns genutzte Knieprothese: Attune Knieprothese der Firma Depuy.) Mit dem Persona®Kniesystem kann die klinisch erfolgreiche Knieendoprothese mehr denn je personalisiert und auf die Bedürfnisse des Patienten individuell abgestimmt werden. Das Persona®Kniesystem wurde in Zusammenarbeit mit mehr als 50 der weltweit renommiertesten Orthopäden entwickelt. Die Untersuchungsergebnisse von Patienten beider Geschlechter mit 1500 unterschiedlichen Knochenarten und aus 26 unterschiedlichen ethnischen Gruppen liegen der zukunftsweisenden Entwicklung zugrunde. Es ist das derzeit anatomisch präziseste, personalisierte Knieimplantat auf dem Markt. Für jeden Patienten kann somit ein maßgeschneidertes, individuelles Modell zum Einsatz kommen.

Wie läuft eine Knieendoprothetik Operation ab?

Die Implantation eines künstlichen Kniegelenks ist einer der am häufigsten durchgeführten Eingriffe in der Orthopädie. Eine Knie TEP OP verläuft in der Regel so: 

1.     Die Operation kann in einer Vollnarkose oder in einer Rückenmarksanästhesie (Spinalanästhesie) durchgeführt werden. Das Anästhesieverfahren hängt meist vom Wunsch des Patienten ab.

2.     Im ersten Schritt öffnet der Operateur das Kniegelenk mit einem in Längsrichtung verlaufenden Hautschnitt.

3.     Die Sehne, die das obere Ende der Kniescheibe und das Kniescheibenband hält (Quadrizepssehne) und die Kapsel werden medial (innen) durchtrennt. Im nächsten Schritt klappt der Operateur die Kniescheibe nach außen. Anschließend werden die beschädigten Weichteile abgetragen. 

Anhand der präoperativen Planung und der während der OP ausgemessenen Daten werden dann ca. 8 mm dünne Knochenscheiben vom unteren Oberschenkelknochen (Femur) sowie vom oberen Schienbeinknochen (Tibia) mit einer chirurgischen Säge entfernt. 

Das Innen- und Außenband sowie in den allermeisten Fällen das hintere Kreuzband können erhalten bleiben. So wird gewährleistet, dass das künstliche Kniegelenk über die nötige Beweglichkeit und Stabilität durch die eigenen Bänder verfügt. Das vordere Kreuzband hingegen muss immer für den Kniegelenksersatz mit einer Prothese entfernt werden.

4.    Im nächsten Schritt der Operation wird die Prothese möglichst knochensparend auf die Knochen aufgesetzt und befestigt. Dafür stehen unterschiedliche Methoden zur Verfügung (Zementbefestigung, "Press-fit"-Verfahren, Hybridbefestigung (teils zementiert, teil zementfrei).

5.     Bevor die OP-Wunde verschlossen wird, prüft der Operateur abschließend die Kniegelenksfunktion mit dem neuen, künstlichen Gelenk. Die gesamte Operation dauert in der Regel ca. 2 Stunden.

6.     Der stationäre Aufenthalt beträgt ca. 5-8 Tage.

Welche OP-Techniken werden angewendet, um ein künstliches Kniegelenk zu implantieren?

Die klassische Operationstechnik

Bei der klassischen Operationstechnik erfolgt die Planung mithilfe einer Röntgenaufnahme des Knies. Vor dem Eingriff legt der Operateur fest, in welchem Winkel und in welcher Tiefe die beschädigten Gelenkknorpel abgetrennt werden und welche Größe die Prothese haben soll.

Mit dem von uns genutzten Persona® Knie der Firma Zimmer wird jede Prothese absolut individuell (personalisiert) angepasst, um so möglichst schnell als persönlicher Teil des Körpers wahrgenommen zu werden und um die Funktion und die Standzeit der Prothese langfristig zu gewährleisten.

Operation mit roboterassistierter Navigation

Prof. Dr. med. Rainer Schmidt kommentiert:

„Eine roboterassistierte Navigation wird von unserem Ärzteteam nicht durchgeführt, da die Operationszeit durch diese Technik unnötig deutlich verlängert wird. Das Verfahren suggeriert zwar modernste Technik, hat in der Anwendung jedoch absolut keinen erkennbaren Mehrgewinn für den Patienten. Es wird in der Regel eher von Kliniken mit sehr geringer Stückzahl an implantierten Prothesen angeboten. 

Bislang konnte keine Studie belegen, dass durch die roboterassistierte Navigation die Standzeit einer Prothese verbessert wird oder dass der Behandlungserfolg für den Patienten positiv beeinflusst wird. Eine verlängerte OP-Zeit bedeutet stattdessen erhöhte Risiken bezüglich der Narkose, der Entstehung einer Thrombose, erhöhten Blutverlust und eine erhöhte Gefahr für eine Infektion.“


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Wie verläuft die Nachbehandlung bei einer Operation für ein künstliches Kniegelenk?

  • Nach der OP ist die sofortige Belastung des operierten Beines (unter Einsatz von Unterarmstützen oder zunächst eines hohen Gehwagens) erlaubt.
  • Bereits ab dem ersten Tag nach der OP wird das Knie täglich auf einer Bewegungsschiene bewegt.
  • In der Klinik erhält der Patient Anweisungen für Bewegungsübungen durch einen Physiotherapeuten. Das Treppensteigen wird mit allen Patienten vor der Entlassung geübt.
  • In der Regel schließt sich eine ca. 3-wöchige stationäre Rehabilitationsbehandlung in einer  Reha-Klinik an.

Wichtige Patienteninfo!

  • Eine ambulante Fortführung der Physiotherapie sollte bereits zum Zeitpunkt der Vereinbarung des OP-Termins organisiert werden. 
  • Unterarmgehstützen oder Walkingstöcke sollten solange benutzt werden bis das Gangbild absolut flüssig ist. 
  • In den ersten drei bis zwölf Monaten nach der OP wird sich die Belastbarkeit des Kniegelenkes (und somit die Fähigkeiten des Patienten)  stetig verbessern. Dies betrifft die Gehstrecke, Treppensteigen, Wandern, Fahrradfahren, aber auch allgemeine Tätigkeiten im Alltag, wie An- und Ausziehen, Einkaufen, etc.
  • Alle Maßnahmen zur Vermeidung einer Thrombose (sog. Bauchspritzen) sowie eine sehr zügige Mobilisierung unter Vollbelastung werden bereits am ersten Tag nach der Operation eingeleitet.
  • Während der gesamten Reha wird der Patient zusätzlich engmaschig mit ärztlichen Kontrolluntersuchungen begleitet.

Sie leiden unter Knieschmerzen, die Sie zunehmend beeinträchtigen? Dann begeben Sie sich jetzt in die Hände unseres spezialisierten Ärzteteams mit viel Erfahrung in der Behandlung von Knieproblemen. In der überörtlichen Gemeinschaftspraxis OC Erlangen-Ebermannstadt untersuchen wir Sie mit größter Sorgfalt, um für Sie die richtige Diagnose zu erstellen und eine individuelle Behandlungsempfehlung zu geben. Vereinbaren Sie gleich einen Termin in unserer Spezialsprechstunde. Jetzt Kontaktformular ausfüllen!

 

Wie lange dauert die Heilung nach einer Knieprothesen-Operation?

Die Heilungsdauer nach dem Einsatz einer Knieprothese ist stets abhängig von Art und Umfang der Operation. In der Regel ist mit einer Heilungsdauer von ca. 3 bis 6 Monaten zu rechnen.

Wie lange ist man nach einer künstlichen Kniegelenksoperation krank geschrieben?

Die Arbeitsunfähigkeit nach einer Kniegelenks-OP ist abhängig vom Umfang der Operation und der Art der ausgeübten Tätigkeit:

  • ca. 8-12 Wochen bei Bürotätigkeit
  • ca. 4-8 Monate bei starker körperlicher Arbeit
     

Welche Risiken bringt eine Knie TEP OP mit sich?

In seltenen Fällen können bei einer Knie TEP OP diese Risiken auftreten:

  • Wundinfektionen: Entsteht eine Infektion im Bereich der Prothese, kann diese in den meisten Fällen erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden.
  • Arthrofibrose: die überschießende Bildung von Narbengewebe, die mit entzündungsähnlichen Beschwerden einhergeht.
  • Thrombose: Grundsätzlich steigt bei jeder Operation die Gefahr einer Thrombose, da bei einem operativen Eingriff die Gefäßwände verletzt werden. 
  • Nachblutungen
     

Lockerung der Prothese

Aufgrund der deutlich verbesserten Werkstoffeigenschaften moderner Inlays ist diese Komplikation nur noch in äußerst selten Fällen zu beobachten. Dann betrifft sie meist sehr junge Patienten mit extrem hohen Aktivitätsniveau. 

Für eine Prothesenlockerung gibt es zwei Ursachen:
1. Die septische Lockerung durch Bakterien. 
2. Die aseptische Osteolyse (Auflösung). Hierbei kommt es zu einem Abrieb von Polyethylen-Partikeln aus dem Inlay der Prothese. Dies kann eine Immunreaktion auslösen, die wiederum die Verankerung der Knieprothese im Knochen löst. 

Prof. Dr. med. Lutz Müller empfiehlt:

„Grundsätzlich sind die Standzeiten moderner Knieendoprothesen extrem gut. Bei einer Totalendoprothese sind Lockerungsraten von unter 10% nach 20 Jahren zu erwarten. Das bedeutet, dass nach 20 Jahren bei über 90% der Patienten die Prothese keine Lockerung nachweist und entsprechend gut funktioniert. Standzeiten von 20 und auch 30 Jahren sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel. 

Ganz anders Schlittenprothesen. Sie weisen bereits 10 Jahre nach Implantation eine Lockerungsrate von über 12% auf. Danach steigt die Lockerungsrate sogar noch stark an. Standzeiten von 20 Jahren sind nie zu erwarten.”

“In meinem Patientenvortrag für das Waldkrankenhaus von 2021 zeige ich die Vor- und Nachteile einer Schlitten- oder Totalendoprothese auf. Bitte informieren Sie sich hier.


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Schwedisches Endoprothesenregister

Im Schwedischen Endoprothesenregister (Patientenregister) werden alle implantierten Prothesen sowie sämtliche Wechsel lückenlos registriert. Aus dieser Dokumentation werden sehr brauchbare Erkenntnisse gewonnen, z.B. dass eine Knie-TEP (Totalendoprothese) einer Schlittenendoprothese (Teilprothese) aufgrund der Haltbarkeit vorzuziehen ist. Die Patientenpräsentation von Prof. Dr. med. Lutz Müller basiert darauf. 


Wann ist ein Kniegelenksersatz nicht sinnvoll bzw. wann darf kein neues Knie implantiert werden?

Wurde die Diagnose einer Kniearthrose (Gonarthrose) gestellt, kann der Verschleißprozess des Kniegelenks in vielen Fällen mit konservativen (nicht-operativen) Therapien gestoppt oder stark verlangsamt werden. Die Implantation einer Knieprothese sollte erst dann in Erwägung gezogen werden, wenn alle Maßnahmen der konservativen Therapie vollständig ausgereizt sind. Auch sollte der Wunsch zur Prothese immer vom Patienten selbst kommen. In der Regel ist ein künstlicher Kniegelenksersatz erst dann sinnvoll, wenn die Kniebeschwerden den Patienten im Alltag sehr stark einschränken. In einigen Fällen können jedoch schwere internistische Erkrankungen und chronische Infekte eine Kontraindikation zur Knie-TEP Operation darstellen. 

Zitat, Prof. Dr. med. Lutz Müller:

„Sie sollten nie das Gefühl haben mit der Indikation zur Knieprothese vom Arzt "überrumpelt" worden zu sein. Gerne können sie sich jederzeit in unserer Praxis eine Zweitmeinung einholen. Das betrifft sowohl die Indikation zur Knieprothese als auch alle sinnvollen Optionen zur konservativen Therapie einer Kniegelenksarthrose.“

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Welche Haltbarkeit haben Knieendoprothesen?

Die Haltbarkeit eines künstlichen Kniegelenks ist nach neuesten Studien länger als gedacht. So haben ca. 80% aller Knieprothesen heute eine Lebensdauer von über 25 Jahren. Nur 5% aller Knieprothesen halten weniger als 15 Jahre. Diese Zahlen belegen, das die Endoprothetik eine der erfolgreichsten Operationen überhaupt ist. Für die Erhöhung der Prothesen-Standzeit sind die umfassenden Weiterentwicklungen von Material, Implantat-Design und OP-Techniken verantwortlich. Dennoch ist die Lebensdauer einer Knieendoprothese stets individuell und abhängig von weiteren Faktoren wie Körpergewicht und Aktivitätsniveau.


Schwedisches Endoprothesenregister

Im Schwedischen Endoprothesenregister (Patientenregister) werden alle implantierten Prothesen sowie sämtliche Wechsel lückenlos registriert. Aus dieser Dokumentation werden sehr brauchbare Erkenntnisse gewonnen, z.B. dass eine Knie-TEP (Totalendoprothese) einer Schlittenendoprothese (Teilprothese) aufgrund der Haltbarkeit vorzuziehen ist. Die Patientenpräsentation von Prof. Dr. med. Lutz Müller basiert darauf. Bitte informieren Sie sich.

 

Wie kann eine konservative Therapie einer Kniegelenksarthrose ablaufen?

Zu den konservativen Therapiemöglichkeiten bei einer Kniearthrose zählen:

  • Risikofaktoren reduzieren (insbesondere Gewichtsoptimierung)
  • Bewegungstherapie
  • Medikamente (schmerzstillend/entzündungshemmend)
  • Gelenkinjektionen (z.B. Cortison, Hyaluronsäure, PRP- Plättchenreiches Plasma)
  • Akupunktur
  • Orthesen
  • Röntgentiefenbestrahlung 

Übergewicht ist ein entscheidender Risikofaktor für das Entstehen einer Kniegelenksarthrose und ist auch für das Voranschreiten der Arthrose mitverantwortlich. Maßvolle Bewegungstherapie trotz Arthrose (insbesonder Walking und Fahrradfahren) aber insbesondere eine kontrollierte Reduktion der Kalorienzufuhr können das Gewicht schrittweise reduzieren.

Schmerzstillende/Entzündungshemmende Medikamente ändern den Krankheitsverlauf nicht und sollten entsprechend zurückhaltend eingenommen werden. Bei mäßigen Schmerzen können sie anfangs sehr gut symptomatisch (z.B. vor einer geplanten Wanderung, Stadtbesichtigung, Gartenarbeit etc.) eingenommen werden. 2-3 Tabletten pro Woche bei fehlender Kontraindikation für die Einnahme (schlechte Nierenwerte, empfindlicher Magen, Herzerkrankungen) sind eine praktikable Therapieoption. Bitte keinesfalls 2-3 Tabletten pro Tag (!) einnehmen um z.B. körperlich schwer zu Arbeiten, sie können zu schwerwiegenden körperlichen Schäden führen. Die Wirkstoffe Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen, Etoricoxib sind alle sehr ähnlich und dürfen keinesfalls gemischt eingenommen werden, ggf. durch Verschreibung von unterschiedlichen Ärzten.

Gelenkinjektionen (Cortison, Hyaluronsäure, PRP- Plättchenreiches Plasma) stellen unserer Erfahrung nach eine akzeptable Therapieoption insbesondere für ältere Patienten dar, bei denen Ibuprofen oder ähnliche Medikamente keine zufriedenstellende Schmerzreduktion erreichen. Es handelt sich auch hierbei um eine rein symptomatische Therapie. Bei mäßig fortgeschrittener Arthrose und nur mäßiger körperliche Aktivität ist eine gute schmerzstillende Wirkung für 6-12 Monate erreichbar.

Akupunktur kann bei einer fortgeschrittenen Arthrose schmerzlindernd wirken. Halten die Schmerzen über sechs Monate an, wird diese Leistung von den Krankenkassen übernommen. In unserer orthopädischen Praxis bietet Dr. Khoudeir entsprechende Akupunkturbehandlungen an. 

In unserer Praxis haben wir sehr gute Erfahrungen mit der Orthese Unloader One X der Firma Össur gemacht. Diese Orthese empfiehlt sich vor allem für Patienten mit einer medialen (inneren) Arthrose. Für ältere Patienten kann das Anlegen dieser Orthese eventuell zu umständlich sein.

Röntgentiefenbestrahlung kann in Ausnahmefällen bei nicht operablen Patienten oder nicht beherrschbaren Schmerzen zum Einsatz kommen. 

 

Tipps um einer Kniegelenksarthrose vorzubeugen

Um einer Kniegelenksarthrose vorzubeugen sollten bestimmte Risikofaktoren vermieden oder vermindert werden. Achten Sie besonders auf:

  • regelmäßige Bewegung
  • Sportarten mit gelenkschonenden Bewegungsabläufen 
  • gesundes Körpergewicht
  • Vermeidung von Knieverletzungen und Überlastungen
  • Korrektur von Gelenkfehlstellungen

 

Ein zentrales Element der Prävention ist regelmäßige und maßvolle Bewegung. Diese regt die Nährstoffversorgung des Knorpels an und fördert die Schmierung der Gelenkflächen. Gleichzeitig werden auch die umliegenden Muskeln gestärkt, was positiv zur Stabilisierung des gesamten Kniegelenkes beiträgt. 

Welche Knieübungen und Trainings helfen bei Arthrose?

Bei einer Arthrose im Knie sollte die Muskulatur rund um das Kniegelenk gekräftigt und gleichzeitig die Beweglichkeit und Koordination des Knies verbessert werden. Vielen Patienten helfen dabei Knieübungen aus dem Bereich der Physiotherapie oder leichtes Krafttraining. Statt auf Bewegung zu verzichten, ist es im Gegenteil wichtig aktiv zu bleiben. Bereits ein Spaziergang von 30 Minuten am Tag kann das Kniegelenk geschmeidig halten und das Fortschreiten einer Arthrose verlangsamen. Für Patienten mit einer Kniegelenksarthrose sind gelenkschonende Sportarten ideal. Zur Prävention gut geeignet sind zum Beispiel diese Aktivitäten:

  • (Nordic) Walking
  • Radfahren
  • Schwimmen
  • Wassergymnastik 

Prof. Dr. med. Lutz Müller und Prof. Dr. med. Rainer Schmidt sind Ihre Spezialisten rund um das Thema Kniegelenksarthrose und Knieendoprothetik. Wenn es um Schmerzen im Knie geht sind sie Ihre erfahrenen Ansprechpartner. In ihren Kniesprechstunden werden Sie ausführlich zu allen operativen und konservativen Therapien bei Erkrankungen des Knies beraten. Ob Erstdiagnose oder Zweitmeinung – vereinbaren Sie gleich einen persönlichen Termin im OC Erlangen. Jetzt Kontaktformular ausfüllen!

 

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