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Die Hüft-Totalendoprothese (Hüft-TEP) ist ein künstlicher Ersatz des Hüftgelenks, der zum Einsatz kommt, wenn das natürliche Gelenk durch Krankheit oder Verletzung irreparabel geschädigt ist. Typische Gründe sind fortgeschrittene Hüftgelenksarthrose, Oberschenkelhalsbrüche, rheumatoide Arthritis oder eine Hüftkopfnekrose.
Die Entscheidung für eine Operation hängt jedoch nicht nur von der klinischen Untersuchung und der Bildgebung durch Röntgen, MRT oder CT ab. Die individuelle Lebenssituation eines Patienten, die Art und Häufigkeit der Beschwerden sowie die mögliche Beeinträchtigung der Lebensqualität sind in den Blick zu nehmen. Prof. Dr. med. Schmidt unterstützt und berät Sie aufrichtig - mit jahrzehntelanger Erfahrung: er wägt mit Ihnen gemeinsam die Möglichkeiten ab, ob und wann eine Operation bei Ihnen sinnvoll ist.
_ Welche Voruntersuchungen sind bei der Hüft-TEP erforderlich?
_ OP-Methoden bei einer Hüft-TEP
_ Ablauf der Hüft-TEP-Operation
_ Welche Materialien werden eingesetzt?
_ Die Nachbehandlung bei der Hüft-OP
_ Wie lange dauert die Heilung nach einer Hüft-TEP?
_ Wer trägt die Kosten einer Hüft-OP?
Vor einer potenziellen Hüft-TEP OP ist eine präzise Diagnostik essentiell. Dazu gehören eine körperliche Untersuchung, bildgebende Verfahren wie Röntgen, MRT oder CT, Blutuntersuchungen und eine internistische Abklärung. Diese vorbereitenden Untersuchungen sind wichtig, um die grundsätzliche Operations-Fähigkeit von Patient:innen festzustellen.
Zur Implantation einer Hüft-Totalendoprothese stehen unterschiedliche Zugangswege zur Auswahl. Bei allen Hüft-TEP Implantationen ist eine Narkose notwendig, entweder Vollnarkose mit künstlicher Beatmung oder eine Spinalanästhesie (Rückenmarksbetäubung als Teilnarkose). Die OP dauert in der Regel ein bis zwei Stunden.
Die moderne Hüft-Endoprothetik bietet unterschiedliche Verfahren. Grundsätzlich wird zwischen zementierten, zementfreien und hybriden Hüftendoprothesen unterschieden. Welche Methode gewählt wird, hängt vom Knochenzustand, dem Alter und den individuellen Anforderungen des Patienten ab.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist der operative Zugang. Minimal-invasive Techniken, die das Gewebe schonen und die Heilung möglicherweise beschleunigen können, haben sich in den letzten Jahren zunehmend durchgesetzt. Prof. Dr. med. Schmidt wendet unterschiedliche Zugangstechniken an und entscheidet immer nach medizinischen Gesichtspunkten, welche Methode für den einzelnen Patienten am schonendsten bzw. am besten geeignet ist. Seine lange Erfahrung ermöglicht es ihm, auch komplexe Ausgangssituationen höchst sicher zu beurteilen.
Folgende Zugangswege sind als Standard anzusehen:
Bei der konventionellen Operationstechnik wird als erstes ein Hautschnitt an der Außenseite des Oberschenkels in Höhe des Hüftgelenks gesetzt. Die Gelenkkapsel wird eröffnet und die Teile, die entzündliches Material enthalten werden entfernt. Geschädigte Knochensubstanz und der Hüftkopf werden ebenfalls entfernt.
Anschließend werden Becken- und Oberschenkelknochen für das Implantat vorbereitet, in dem die Knochenflächen der Beckenpfanne mit speziellen Fräsen bearbeitet werden. Auch der Hüftschaft wird aufgeraspelt und für den Endoprothesenschaft aufbereitet. Im nächsten Schritt der Hüft-TEP-OP wird die Endoprothese entweder zementiert oder im Knochen verpresst (press-fit).
Man unterscheidet also eine zementierte Hüft-TEP-OP und eine zementfreie Hüft-TEP-OP. Anschließend wird das künstliche Hüftgelenk auf Beweglichkeit getestet. Bei dieser OP-Technik werden Muskel-Sehnen-Strukturen erhalten und nicht durchtrennt. Die Wunde wird verschlossen und ein Kompressionsverband angelegt.
Auch bei der minimal-invasiven Operationstechnik zur Implantation einer Hüft-TEP werden krankhafte Knochenbestandteile und der Hüftkopf komplett entfernt. Der Zugang erfolgt direkt über einen Hautschnitt vorne am Oberschenkel.
Durch eine natürliche Muskellücke wird dann das Hüftgelenk eröffnet. Krankhafte Gelenkbestandteile können ebenfalls entfernt werden. Diese Technik beinhaltet ein etwas engeres OP-Feld und bringt weniger Übersicht im Vergleich zum konventionellen Vorgehen. Auch birgt die Nähe zu großen Nerv-Gefäß-Strukturen die Gefahr von Verletzungen mit sich, die schwerwiegende Folgen haben können.
Weichteile wie Muskeln, Sehnen und Gewebe werden natürlich bestmöglich geschont. Der Patient profitiert teilweise von kleineren Hautschnitten. Bei etwas kräftiger gebauten Patienten ist diese Methode eher nicht empfehlenswert, da durch die Weichteile die Übersicht schlechter ist. Bei dieser OP-Technik wird eine schnellere Rehabilitation und Mobilität möglich, die Langzeitergebnisse (Zeitraum 10-20 Jahre) werden davon aber nicht beeinflusst.
Wann empfiehlt der Operateur keine minimal-invasive Vorgehensweise?
Nicht jede Schädigung am Hüftgelenk kann minimal-invasiv operiert werden. Kontraindikationen sind:
Ein erfahrener Operateur schätzt jede Situation individuell ein und empfiehlt dann unter Berücksichtigung aller Umstände die für den Patienten am besten geeignete OP-Methode.
Ist auch eine Teilendoprothese der Hüfte möglich?
Eine Hüft-TEP-Operation gehört einerseits zu den sogenannten Routineeingriffen in der modernen Orthopädie. Andererseits ist natürlich jede einzelne Hüft-Operation auch als Einzelfall zu betrachten: sie wird immer individuell auf den einzelnen Patienten zugeschnitten.
Die gesamte OP dauert meist etwa eine Stunde. Jeder Schritt beruht auf jahrelanger erfolgreicher OP-Erfahrung und erfolgt nach einem klar strukturierten Ablauf, bei dem höchste Präzision und Gewebeschonung im Vordergrund stehen. Den Hüft-OP-Ablauf schildern wir hier im Einzelnen:
Nach der Operation werden die Patient:innen in den Aufwachraum gebracht und anschließend auf die Normalstation verlegt. Bereits am ersten Tag nach der OP beginnt die Mobilisation – ein wesentlicher Bestandteil für eine schnelle und sichere Genesung.
Unser Spezialist für Hüft- und Knieendoprothetik Prof. Dr. med. Rainer Schmidt kann auf eine große Anzahl von erfolgreich durchgeführten Behandlungen der Hüfte zurückblicken. (In den letzten 15 Jahren jährlich durchschnittlich ca. 80 Implantationen von Hüft-Endoprothesen.) Er ist ein ausgezeichneter Operateur, der sich sehr gut um seine Patienten kümmert. In dem Artikel „Künstliche Hüfte: Hier wird am besten operiert“, der Nürnberger Nachrichten und Nürnberger Zeitungen NN/NZ-Klinikcheck vom 11.9.2021 ist Prof. Schmidt der Arzt mit der größten Anzahl an Operationen in einem Erlanger Krankenhaus. Hier geht es zum Artikel.
Moderne Hüftprothesen Komponenten bestehen aus hochwertigen Materialien wie Titan, Keramik, Polyethylen oder Prothesenstahl. Bewährt haben sich vor allem Keramik-Polyethylen-Gleitpaarungen, aber auch Keramik-Keramik oder Metall-Polyethylen kommen zum Einsatz.
Ihr Hüftoperateur empfiehlt die für Sie am besten geeignete Kombination für eine lange Haltbarkeit und optimale Verträglichkeit.
| Phase | Inhalt | Dauer |
|---|---|---|
| Stationärer Aufenthalt | Schmerztherapie, erste Gehübungen, Krankengymnastik | 5–8 Tage |
| Rehabilitation | Stationär oder ambulant, gezieltes Muskel- und Gehtraining | ca. 3 Wochen |
| Ambulante Nachsorge | Krankengymnastik, Gerätetraining, Alltagstraining | fortlaufend |
| Arbeitsausfall | abhängig von Tätigkeit | 2–4 Monate |
Wie gut der Heilungsprozess nach einer Hüft-OP verläuft, hängt vom Alter, dem Zustand der Muskulatur und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten ab. In der Regel dauert es ca. sechs Wochen, bis sich Muskulatur und Gelenkkapsel soweit erholt haben, dass sie dem Gelenk genügend Halt geben und eine Gehhilfe nicht mehr benötigt wird.
Nach wenigen Monaten ist die Hüfte wieder voll belastbar und viele alltägliche Tätigkeiten wie Spazierengehen oder Gartenarbeit sind wieder möglich. Leichte sportliche Aktivitäten wie Radfahren, Walking, Schwimmen oder Wandern können ca. 12 Wochen nach einer Hüftprothesen-Operation wieder eingeplant werden. Für Menschen mit einem künstlichen Hüftgelenk sind diese gelenkschonenden Sportarten generell empfehlenswert. Ruckartige Bewegungen, schweres Heben und extreme sportliche Belastungen sollten hingegen grundsätzlich vermieden werden.
In der Regel beträgt die Arbeitsunfähigkeit nach einer Hüft-TEP Operation ca. 8-12 Wochen. Individuelle Anpassungen für eine kürzere Krankschreibung sind natürlich möglich.
Die Kosten für eine Hüft-TEP-Operation liegen in Deutschland bei ca. 5.000,- Euro. Darin enthalten sind die Kosten für die Operation, Krankenhausaufenthalt, Medikamente und andere angemessene Leistungen wie z.B. die Rehabilitations-Maßnahmen. Diese Kosten werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen.
Injektionen wie Hyaluronsäure oder Renehavis Doppelkammerspritzen zählen zu den individuellen Gesundheitsleistungen (IGEL) und werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt. Die privaten Krankenkassen übernehmen diese jedoch in der Regel. Die Kosten für eine Behandlung mit einer notwendigen Serie von drei Injektionen beträgt ca. 300,- Euro reine Präparatekosten inklusive Kosten für die Injektionen. Eine Doppelkammerspritze kostet ca. 250,- Euro. Hiervon sollten zwei Sitzungen eingeplant werden.
Die Hüft-TEP-Operation gehört zu den am häufigsten durchgeführten Operationen in Deutschland (jährlich ca. 200.000). Dennoch birgt auch diese Operation wie jeder chirurgische Eingriff Risiken, die jedoch aufgrund der großen Erfahrung mit diesen Operationen selten auftreten. Zu den möglichen Komplikationen bei der Implantation eines künstlichen Hüftgelenks zählen Blutverlust, Verletzungen von Nerven und Gefäßen, Beinachs- und Beinlängen-Veränderungen, Luxationen oder Lockerungen der Hüftprothese sowie Infektionen. Letztere entwickeln sich, wenn sich Bakterien am künstlichen Gelenk ansiedeln und dort zu einer eitrigen Entzündung (Protheseninfektion) führen.
Eine Hüft-Totalendoprothese hat heute in der Regel eine lange Lebensdauer. Die Haltbarkeit der künstlichen Hüfte beträgt ca. 15 bis 20 Jahre, in manchen Fällen sogar 25 Jahre und länger. Dabei ist die Standzeit auch von verschiedenen individuellen Einflussfaktoren abhängig. Dazu zählen der Prothesentyp, die Verankerungsart, das Lebensalter, das Körpergewicht sowie die körperliche Aktivität des Patienten.
In der Orthopädie und Chirurgie Erlangen-Ebermannstadt sind Ihre Hüftschmerzen in den besten Händen. Neben operativen Behandlungsmöglichkeiten werden auch sämtliche modernen konservativen und ganzheitlichen orthopädischen Therapieansätze angeboten. Die Ausstattung mit einem hauseigenen MRT z.B. ermöglicht je nach Bedarf Diagnostik, Therapie, Nachbehandlung und Heilung komplett aus einer Hand.
Die Krankengymnastik beginnt bereits am ersten Tag nach der Operation und wird in der Regel für mehrere Wochen intensiv durchgeführt. Nach der Reha folgt eine ambulante Weiterbehandlung, die individuell angepasst wird. Insgesamt sollten Patientinnen und Patienten mit mindestens drei Monaten gezieltem Training rechnen, bevor das neue Gelenk vollständig stabil ist.
Autofahren ist frühestens nach sechs Wochen möglich. Wichtig ist, dass Sie sicher und schmerzfrei ein- und aussteigen können und über genügend Muskelkraft verfügen, um im Notfall schnell zu reagieren. Prof. Schmidt prüft dies bei den Nachuntersuchungen individuell.
Die Dauer hängt stark von der beruflichen Tätigkeit ab. Bei einer sitzenden Bürotätigkeit ist eine Rückkehr häufig nach zwei bis drei Monaten möglich, bei körperlich belastender Arbeit kann die Arbeitsunfähigkeit auch bis zu vier Monate dauern.
In den ersten Wochen sollten Patientinnen und Patienten möglichst auf dem Rücken schlafen. Seitliches Liegen ist nach Rücksprache mit dem Arzt erlaubt, jedoch sollte ein Kissen zwischen den Beinen fixiert werden, um ein ungewolltes Überkreuzen der Beine zu vermeiden. Nach einigen Monaten sind die meisten Schlafpositionen wieder problemlos möglich.
Leichte Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking sind nach wenigen Wochen wieder erlaubt. Sportarten mit höherer Belastung wie Joggen oder Skifahren sollten frühestens nach mehreren Monaten begonnen werden und stets mit Prof. Schmidt individuell abgestimmt werden. Ziel ist immer, das Gelenk zu schützen und gleichzeitig die Beweglichkeit zu fördern.