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Dr. med. Sami Khoudeir
Letzte Aktualisierung: 19.01.2025
Das Karpaltunnel-Syndrom, das Einschlafen der Hände, ist für Betroffene oftmals sehr belastend. Insbesondere in solchen Fällen, in denen konservative Therapieansätze nicht zu einer Besserung der Schmerzen führen. Der Alltag sowie die berufliche Belastungsfähigkeit von Betroffenen sind oftmals eingeschränkt.
Ab welchem Zeitpunkt ist eine Operation der richtige Schritt und wie läuft ein operativer Eingriff genau ab? In den Praxen von OC Erlangen-Ebermannstadt operieren wir ohne Vollnarkose, aber unter Lokalanästhesie. In diesem Beitrag geben wir Ihnen nähere Infos zu dem operativen Ablauf und was nach einer Karpaltunnel-OP im Rahmen einer Nachsorge zu tun ist.
Wenn die Symptome des Karpaltunnel-Syndroms trotz konservativer Behandlungen wie Schienen oder entzündungshemmenden Medikamenten nicht besser werden, kann eine Karpaltunnel-OP in Betracht gezogen werden.
Typische Anzeichen sind Taubheitsgefühle, Kribbeln und Schmerzen in Daumen, Zeige-, Mittel- und teilweise Ringfinger. In fortgeschrittenen Stadien können Schwächeerscheinungen in der Hand und ein Muskelabbau am Daumenballen auftreten. Schmerzen, die bis zur Schulter ausstrahlen, sind ebenfalls möglich, aber weniger typisch.
Ursächlich für diese Symptome ist Druck, der durch einen verengten Karpaltunnel auf den Medianusnerv ausgeübt wird. Eine Karpaltunnel-OP hat das Ziel, den Druck auf diesen Nerv zu entlasten und somit Folgeschäden vorzubeugen.
Eine Karpaltunnel-Operation kann entweder standardmäßig durch einen kleinen Schnitt in der Handfläche (minimal offene Methode) oder endoskopisch durchgeführt werden.
Bei der Karpaltunnel-OP wird ein Band im Handgelenk (Karpalband) durchtrennt, das den Karpaltunnel einengt und Druck auf den Nerv ausübt. Dadurch wird der Nerv entlastet und die Beschwerden lassen nach. Der Eingriff erfolgt normalerweise unter örtlicher Betäubung, sodass der Patient zwar wach bleibt, aber keine Schmerzen verspürt. Die Operation wird ambulant durchgeführt und somit ist keine Übernachtung im Krankenhaus nötig.
Der Erfolg der Karpaltunnel-OP zeigt sich oft schon in der ersten Nacht nach der Operation: Das typische nächtliche Aufwachen wegen eingeschlafener Hände bleibt meist aus. Taubheitsgefühle können jedoch bestehen bleiben, wenn der Nerv bereits vor der Operation stark geschädigt war.
Das Karpalband bildet die obere Begrenzung des Karpaltunnels und stabilisiert die Handwurzelknochen. Nach der Durchtrennung des Karpalbandes passt sich das Gewebe im Regelfall an und der Körper stabilisiert den Bereich neu. Meist bemerkt der Patient keine funktionellen Einschränkungen. In einigen wenigen Fällen kann die Stabilität des Handgelenks vorübergehend, aber nicht dauerhaft, beeinträchtigt sein.
Die Wahl der geeigneten Technik für die Karpaltunnel-OP hängt von der individuellen Situation des Patienten ab.
Die minimal offene Methode eignet sich besonders bei komplexeren Fällen oder wenn ein direkter Blick auf die anatomischen Strukturen im Karpaltunnel erforderlich ist. Dazu zählen das Karpalband, der Medianusnerv, die Beugesehnen der Finger sowie umliegende Blutgefäße und Gewebe, die während der Operation geschützt werden müssen.
Die endoskopische Technik wird eher selten angewendet, da sie deutlich zeitaufwendiger ist. Die Narbengröße ist geringfügig kleiner, die mittelfristigen Ergebnisse unterscheiden sich jedoch nicht von der minimal offenen Methode.
In den Orthopädie und Chirurgie Praxen in Erlangen und Ebermannstadt erfolgt die Entscheidung nach einer ausführlichen Beratung und genauen Diagnose, um die beste Methode für den Patienten auszuwählen und optimale Ergebnisse zu erzielen.
Die nachfolgenden Bilder zeigen die endoskopische Methode bei einer Karpaltunnel-OP. Dabei wird durch ein Trokar eine Kamera eingeführt, um unter Sicht mit einem Messer das Karpalband (Karpaldach) zu durchtrennen.
Die ursprünglichen Symptome wie nächtliches Kribbeln oder Schmerzen durch den Druck auf den Medianusnerv lassen in der Regel unmittelbar nach der Karpaltunnel-OP nach. Dennoch können in den ersten Tagen nach der OP noch Wundschmerzen und eine Schwellung auftreten.
Um die Heilung zu fördern, sollte eine Schonung der Hand für 2-4 Wochen erfolgen. Eine Physiotherapie ist selten erforderlich. Sportliche Ertüchtigung wie z. B. Fahrradfahren ist in der Regel wieder möglich, sobald die Wunde gut verheilt ist und das Handgelenk belastbar ist – meist nach 3–4 Wochen. Jedoch sollte jeder Einzelfall individuell in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.
Für die Diagnose und Behandlung des Karpaltunnel-Syndroms ist ein Orthopäde oder ein Handchirurg die richtige Anlaufstelle. Orthopäden sind spezialisiert auf Erkrankungen des Bewegungsapparates und können die hierfür notwendigen Behandlungsschritte einleiten. Sollte eine Karpaltunnel-OP notwendig sein, wird diese von einem Handchirurgen durchgeführt.
Beide Fachrichtungen arbeiten oft eng zusammen. In den Praxen der Orthopädie und Chirurgie Erlangen-Ebermannstadt ist Dr. med. Sami Khoudeir als Handchirurg Ansprechpartner für die Behandlung des Karpaltunnel-Syndroms.
Konservative Ansätze sind einer Karpaltunnel OP vorzuziehen, wenn die Symptome des Karpaltunnelsyndroms mild sind oder nur gelegentlich auftreten. Konservative Behandlungsansätze beschränken sich meist auf das Tragen einer Handgelenksschiene zur Nacht.
Physiotherapie, entzündungshemmende Medikamente oder Kortison-Injektionen können meist nur vorübergehend die Schwellung im Karpaltunnel reduzieren und den Druck auf den Medianusnerv lindern.
Bei fortgeschrittenen Symptomen und Beschwerden ist die Operation alternativlos.
Eine ambulante Karpaltunnel-OP unter Lokalanästhesie ist eine effektive Lösung, wenn konservative Therapien keine ausreichende Linderung der Symptome bringen. Die Argumente für eine Operation sollten gut abgewogen und ausführlich mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.
Mit den richtigen Nachsorgemaßnahmen und Geduld kann die Hand wieder vollständig belastbar werden. Sollten Sie selbst von den genannten Symptomen eines Karpaltunnel-Syndroms betroffen sein, sollten Sie diese auf jeden Fall ernst nehmen und frühzeitig mit einem Arzt besprechen, um langfristige Schäden zu vermeiden.