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Stoßwellentherapie

Was sind Stoßwellen?
Physikalisch gesehen sind Stoßwellen akustische Wellen, die bei explosionsartigen Vorgängen entstehen – zum Beispiel bei Blitzschlägen oder Sprengstoffexplosionen. Sie zeichnen sich durch einen abrupten Druckanstieg aus, der sich ausbreitet und so Energie auf entfernte Orte übertragen kann. Diese Energie entfaltet ihre Kraft, wenn die Stoßwelle auf ein Hindernis trifft und sich nicht weiter ausbreiten kann. In der Natur auftretende Stoßwellen können auf diese Weise sogar Fensterscheiben zum Bersten bringen.

Wie funktioniert die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT)?
Die in der Medizin erzeugten elektromagnetischen Stoßwellen werden durch ein wassergefülltes Kissen in den Körper übertragen. Die Energie der übertragenen Wellen wird auf einen Wirkort gebündelt, vergleichbar mit Licht unter einer Lupe. So entfalten Stoßwellen ihre Wirkung genau in dem erkrankten Bereich. Die Stoßwelle können Knochen, Sehnen und Bindegewebe regenerieren durch die Förderung von Knochenwachstum und Durchblutung, Bildung von Wachstumsfaktoren, Gewebeneubildung und Regeneration.

Stoßwelle - eine schonende Alternative 
Mit der Stoßwellentherapie können nicht nur Verkalkungen zertrümmert werden, sondern auch Sehnenansatz-Entzündungen behandelt werden und schlecht heilende Knochenbrüche zur Ausheilung gebracht werden. Stoßwelle beschleunigt allgemein den Heilungsprozess in Geweben, hat praktisch keine Nebenwirkungen und macht viele Operationen unnötig. Die Wirksamkeit von Stoßwellentherapie wurde inzwischen in vielen wissenschaftlichen Studien nachgewiesenen.

Stoßwelle und Therapie der Kalkschulter (Tendinosis calcarea)
Bei frustaner herkömmlicher konservativer Behandlung einer Kalkschulter kann die Stosswellentherapie eingesetzt. Diese Anwendung ist gut untersucht und die Wirksamkeit durch Studien nachgewiesen. Man sollte den Einsatz der Stoßwellentherapie als letzte Maßnahme vor einem operativen Eingriff in Betracht ziehen.

Stoßwelle und Fersensporn (Plantarsehnenentzündung)
Ein weiteres häufiges Anwendungsgebiet ist die schmerzhafte Entzündungen der Fußsohle (Fasciitis plantaris) mit und ohne Fersensporn. Die Stoßwellentherapie wirkt hier nachweislich ähnlich gut wie die lokale Cortison-Behandlung. Stoßwelle hat aber nicht die schädlichen Nebenwirkungen der Cortisonbehandlung. Insbesondere wird das Fettpolster an der Ferse, anders als durch Cortison, durch Stoßwellenbehandlung nicht abgebaut.

Stoßwelle und Tennisellenbogen (Epicondylitis)
Beim Tennisellenbogen zeigen zahlreiche Studien die gute Wirkung der Stoßwellentherapie. Zusätzlich empfehlenswert ist die Stoßwelle im Bereich nahezu aller Sehnenansatzerkrankungen.

Stoßwelle bei Achillessehnenentzündung (Achillodynie) + Jumper´s-Knee (Patellaspitzensyndrom) + Schleimbeutelentzündung der Hüfte (Trochantertendinopathie)
Auch für bestimmte Sehnenansatzentzündungen, wie z.B. an der Achillessehne (Achillodynie), am Knie (Patellarsehnen-Entzündung oder Jumper´s-Knee) und an der Hüfte wird die Stoßwellentherapie erfolgreich eingesetzt.

Stoßwelle zur Behandlung von schlecht verheilenden Knochenbrüchen (Pseudoarthrosen)
Stoßwellentherapie wirkt zuverlässig bei der Behandlung der sogenannten Pseudarthrose (ausbleibender Knochenbruchheilung) bei denen statt neuem Knochen nur weiches Bindegewebe gebildet wird. Hochenergetische Stoßwellen lösen hier die Neubildung von Knochenkeimgewebe (Kallus) durch die Bildung von knochenbildenden Wachstums-Hormonen (BGF) am Wirkort aus. Die Akademie der Wissenschaften in Österreich hat für die Pseudarthrosen inzwischen die Stoßwellentherapie zur Behandlungsform der ersten Wahl bei Pseudarthrosen erklärt.

Stoßwellentherapie zur Behandlung muskulärer Triggerpunkte
Weniger häufig, aber in zunehmenden Maße öfter eingesetzt, wird die Stoßwellentherapie bei schmerzhaften Myogelosen und therapieresistenen muskulären Triggerschmerzpunkten am gesamten Körper, insbesondere am Rücken.

Ablauf der Stoßwellentherapie
Der Patient wird stabil gelagert, anschließend wird der Fokus des Stoßwellengeräts auf die zu behandelnde Stelle ausgerichtet. Die Stoßwellen werden dann mit einer Frequenz von 2-4 Hertz und mit zunehmender Energie in den Körper übertragen. Dabei entstehen gewisse Schmerzen. Auch kann kurz nach der Behandlung eine vorübergehende Verstärkung der Schmerzen auftreten die ggf. für einige Tage mit einem entzündungs- und schmerzstillenden Mittel therapiert werden. In der Regel behandelt man mit fünf Sitzungen im Abstand von 1-2 Wochen. Pro Sitzung werden zwischen 1000 und 2000 Stoßwellen verabreicht. .

Eine abschließende Beurteilung des Behandlungserfolgs sollte erst drei Monate nach der Behandlung erfolgen. Eine weitere Besserung kann jedoch auch noch später auftreten, denn eine Stoßwellentherapie wirkt sehr langanhaltend.

Kosten und Erstattungsfähigkeit der Stoßwellenbehandlung
Die Stosswellentherapie wird von den privaten fast ausnahmelos erstattet und von den gesetzlichen Kassen leider ausnahmelos nicht erstattet. Die Behandlung für Selbstzahler kostet 86,27 Euro pro Anwendung (GOÄ 1,0 facher Satz).

Stoßwelle ist risikofrei und nebenwirkungsärmer als eine Injektionen oder medimamentöse Behandlung. Daher ist Stoßwellentherapie aus der Sicht erfahrener Orthopäden unverzichtbarer Teil des orthopädischen Therapiespektrums.


Literatur
Zelle et al (2010). Extracorporeal shock wave therapy: current evidence. J. orthopaedic trauma, 24 Suppl 1, S66-70