Handballer leben gefährlich

Millionen verfolgen derzeit die Handball-WM in Deutschland und Dänemark vor den Bildschirmen. So schön und spannend der Sport ist – er gehört zu den gefährlichsten Mannschaftssportarten überhaupt.

Prof. Dr. Rainer Schmidt Portrait

Prof. Rainer Schmidt von der OC Erlangen-Ebermannstadt, was macht Handball verletzungsanfälliger als andere Sportarten?

Handball ist ein sehr körperbetontes Ballspiel, bei dem auf harten Boden sehr temporeiche Ballwechsel stattfinden. Die sehr kurzen Sprints führen zu einer sehr starken axiale Belastung an der unteren Extremität. Das sehen wir dann auch bei den Verletzungen, mit denen Sportler zu uns in die Praxis kommen.

Welche Verletzungen treten besonders häufig auf?

So schön und interessant der Sport ist: die auftretenden Verletzungen sind häufig eine langfristige Angelegenheit und nicht selten schmerzhaft. Neben den Hauptverletzungen an Knie (Kreuzband, Meniskus, daraus resultierend später dann Arthrose), Sprunggelenk (Bandschäden, langfristig ausgeprägte Arthrosereaktion) und Schulter (z.B. Rotatorenmanschettenschaden, Luxationen) sind insbesondere vielfältige Schäden im Bereich der Hand und der Finger zu verzeichnen.

Was sollten Handballer bei der Vorbereitung auf Training und Spiele berücksichtigen?

Wichtig ist immer eine gute muskuläre Stabilisierung der Gelenke sowie ein gutes warm machen der Muskelstrukturen sowie Aufdehnen der Sehnen Strukturen vor Beginn des Spiels.

Kann man Knie- oder Sprunggelenke besonders schützen?

Die Möglichkeiten sind hier sicher limitiert. Aber ein ganz praktischer Tipp: die meisten Verletzungen entstehen in den letzten Minuten vor der Halbzeit oder gegen Ende des Spiels. Intensives Zweikampfverhalten trifft dann auf erste Ermüdungserscheinungen. Es lohnt sich – vor allem für Freizeitspieler – dann vielleicht, der ein oder anderen Situation aus dem Weg zu gehen, bevor der Spaß dann für Monate vorbei ist.

Danke für das Gespräch.