06.10.2015 OP Erlangen OC-Erlangen Ebermannstadt informiert

Osteoporose - ein Problem in unserer alternden Gesellschaft

Osteoporose ist in unserer alternden Gesellschaft ein ständig wachsendes Problem, bei dem nach wie vor sowohl in Prophylaxe als auch in Diagnostik und Therapie Aufklärungsbedarf herrscht.

Am 13. November 2014 wurde die zum 4. mal überarbeitete Version der Leitlinien zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie von Osteoporose durch den Dachverband der Osteologen verabschiedet.

Osteoporose ist eine systemische Erkrankung, d.h. sie betrifft das gesamte Skelett. Hierbei kommt es zu einer Abnahme der reinen Knochenmasse und einer mikroarchitektonischen Verschlechterung des Knochengewebes. Die Folge ist eine Schwächung des Knochens, wodurch sich das Risikos eines Bruchs  erhöht. Darüber hinaus gibt es Faktoren, die das Entstehen einer Osteoporose begünstigen, wie etwa Medikamente (Kortison, Blutverdünnung, Chemotherapeutika). Osteoporose kann auch die Folge einer Erkrankung sein (Stoffwechselstörungen, Magen-Darm Erkrankungen, Tumorerkrankungen).

Osteoporose tritt typischerweise bei Frauen nach den Wechseljahren auf. Im Alter von 55 Jahren leiden 7% der Frauen an einer behandlungsbedürftigen Osteoporose, im Alter von 80 Jahren oder älter sind bereits knapp 20% der Frauen betroffen. Bei Männern hingegen tritt Osteoporose deutlich seltener auf.
Zurzeit leiden ca. 6 Millionen Menschen in Deutschland an Osteoporose, wobei jedes Jahr ca. 880.000 Neuerkrankungen hinzukommen. An diesen Zahlen zeigt sich, dass es sich hierbei um eine Volkskrankheit des älteren Menschen handelt, der ein Augenmerk in Diagnose und Behandlung gelten muss.

Bei Verdacht auf Osteoporose ist die einzige zuverlässige Messung eine sogenannte DXA Untersuchung. Diese Knochendichtemessung sollte zu Beginn jeder Osteoporose Therapie durchgeführt werden, um einen Referenzwert für den Verlauf der Behandlung zu haben.
Bei der DXA Untersuchung wird mittels schwacher Röntgenstrahlung die Knochenmasse der ersten vier Lendenwirbelkörper und des Schenkelhalses gemessen. Diese Werte werden mit gesunden Erwachsenen verglichen und anhand dieses Vergleichswertes dann der sogenannte „T-Wert“ ermittelt. Ein T-Wert von -1 oder höher zeigt eine normale Knochendichte an, ein T-Wert von -1 bis -2,5 spricht für eine geminderte Knochendichte (Osteopenie). Sollte der T-Wert unter -2,5 liegen, spricht man von Osteoporose. Andere Knochendichtemessungen an der Hand oder am Fuß mit Röntgenstrahlung oder Ultraschall sind für die Diagnose und Behandlung einer Osteoporose nicht ausreichend standardisiert.
Wird eine geminderte Knochendichte (Osteopenie) festgestellt, sollte in der Therapie auf eine ausreichende Calcium- und Vitamin D3 Zufuhr geachtet werden. Während bei normaler Ernährung 2 Liter Mineralwassers mit hohen Calciumwert ausreichend sind, sollte zusätzlich Vitamin D3 in Tablettenform ergänzend werden.

Bei einer manifesten Osteoporose sollte diese Therapie noch durch eine spezielle Osteoporosemedikation ergänzt werden.

Ebenso wichtig sind eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung, denn nur ein belasteter Knochen ist ein gesunder Knochen.

Ziel der Therapie ist die Vermeidung von Brüchen hüftgelenksnahe und/oder an der Wirbelsäule, charakteristisch für alle osteoporotischen Brüche ist, dass sie bereits bei einem geringen , oder sogar ohne Trauma auftreten können. Bei einem osteoporotischen Knochen reicht schon ein kräftiges Hinsetzten oder ein geringer Schlag auf den Rücken, um einen schmerzhaften Bruch hervorzurufen.
Deshalb sollte gerade bei älteren Menschen bei straken Schmerzen in Rücken oder Hüfte an einen osteoporotischen Bruch gedacht werden; Schnelles Handeln kann hier das Leiden des Patienten deutlich lindern.

Wichtig ist zum einen die schnelle Diagnosestellung mittels Röntgen und ggfs. auch MRT oder CT, zum anderen eine rasche Therapieeinleitung. Gerade an der Wirbelsäule werden solche Brüche oft als harmlose Prellungen abgetan und der Patient quält sich lange mit Schmerzen. Doch bereits ein „leichtes“ Korsett und eine Schmerztherapie können eine deutliche Linderung der Beschwerden bewirken. In manchen Fällen ist dies leider nicht ausreichend, so dass  nur über einen kurzen und wenig belastenden operativen Eingriff (Ballonkyphoplastie) die Schmerzen reduziert werden können.
Aber auch hier gilt die Regel: Die Operation ist die letzte Möglichkeit der Behandlung und sollte erst bei Versagen aller anderen Therapieoptionen durchgeführt werden.